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Presse
NRZ vom 13.10.2008

Treffpunkt für Phantasiebegabte

Veranstaltung: Die "King-Con", die Convention für Fans von Brett-, Karten- und Rollenspielen, fand zum dritten Mal statt.

MARCO HOFMANN

500 Jahre nach dem Untergang der Welt wie wir sie kennen, wird es Veranstaltungen wie die „King-Con" nicht mehr geben. Denn während der dritten „Rollenspielconvention für Könige und Menschenaffen", die am Samstag wieder im städtischen Jugendzentrum „Die Insel" in Neuenkamp stattfand, versetzten sich die Teilnehmer unter anderem genau in jene Endzeit-Szenerie, um in verschiedene fiktive Rollen (Charaktere) zu schlüpfen.„Uns geht es darum, an einem Wochenende viele Geschichten zu erzählen und gemeinsam Abenteuer zu erleben", so Mit-Organisator Rene´ Hegmann. Der 24-Jährige veranstaltet seit anderthalb Jahren die „einzige Duisburger Brett-, Karten- und Rollenspiel-Conventtion" zu der spielbegeisterte und phantasiebegabte Leute aus der gesamten Region nach Neuenkamp anreisen. „Einer kommt stets aus München", erzählte Hegmann. Andere kämen aus Hannover oder Nimwegen nach Neuenkamp.
Bis zu 250 Rollenspieler erwarteten die Veranstalter zur „King-Con", die am Samstagmorgen um 10 Uhr begann und nonstop durch die nacht erst am Sonntag um 18 Uhr endete. Zum Organisationsteam gehören neben Hegmann, der sich um die finanziellen und rechtlichen Aufgaben kümmert, der 28-jährige Bochumer Christoph Moser, zuständig für den Internetauftritt sowie die Vernetzung, und Falk Bongert (24) aus Neudorf, der für das Programm und den Kontakt zu Herstellern verantwortlich ist.

Die nächste Veranstaltung ist schon geplant

Schon jetzt steht für die drei jungen Männer fest, dass die King-Con künftig regelmäßig alle sechs Monate stattfinden soll. So ist vom 27. Februar bis 1. März schon die vierte Convention beschlossene Sache. Denn in der Region gäbe es kaum vergleichbare Angebote, wie Hegmann berichtete. Dabeit sei die Szene der Rollenspieler nicht sonderlich groß und wachse auch zur Zeit nicht mehr, doch die Veranstaltung in Neuenkamp wachse. Grund dafür dürfte das Organisations-Trio sein, das im Jugendzentrum ein rustikales, aber durchdachtes Service-Programm für die Spieler bereit stellt.
An einzelnen Spieltischen finden jeweils sechs bis acht Spieler Platz. Für das leibliche Wohlbefinden ist Dank eines im Dauereinsatz befindlichen Sandwich-Makers und der Auswahl an nicht-alkoholischen Getränken gesorgt. Wer es nicht schafft, die ganze Nacht durchzuzocken, kann im zweckmäßig mit Isomatten eingerichteten Raum eine Auszeit nehmen. Und wenn was nicht geht, wird zumindest eine Alternative aufgezeigt. „Leider können wir keine Dusche bieten, doch nebenan ist ein öffentliches Schwimmbad."

 


 
WAZ vom 19.03.2007

Fantastische Welt

Erste Brett-, Karten- und Rollenspiel- Convention lockt zahlreiche Besucher ins Landfermann- Gymnasium. Junge Erwachsene schlüpfen in andere Charaktere. Endzeitstimmung bei „Degenesis"

 

Von Fabienne Piepiora

Wollen gegen das Klischee kämpfen, dass Rollenspieler nur Einzelgänger sind. Auf der Messe kamen die Besucher in diversen Spielrunden miteinander ins Gespräch und erlebten in ihrer Fantasie zahlreiche Abenteuer.

Wer die Aula des Landfermann- Gymnasiums an diesem Wochenende betritt, taucht ein in eine Fantasie-Welt. Se­hen kann man die Krieger,

Schrottsammler und tapferen Recken nicht. Sie entstehen mit Hilfe eines Blatt Papiers, mit Würfeln bestimmten Cha­raktereigenschaften und ei­nem großen Vorstellungsver­mögen der jungen Erwachse­nen: Willkommen auf der „King Con", der ersten Messe für Brett-, Karten- und Rollen­spiele in Duisburg.

„Wir wollen Menschen mit dem gleichen Hobby zusam­menbringen", erklärt René Hegmann und meint auch: Er will gegen das gängige Kli­schee von langhaarigen, nicht integrierbaren Einzelgängern kämpfen, die angeblich nur im Wald herumrennen und sich mit alten Waffen schlagen. „Wir kommen gut miteinander klar."

In der Tat sitzen Tobias Boothe, Matthias Schramm, Dominik Dießlin, Christian Schiffer friedlich zusammen und diskutieren angeregt über den weiteren Fortgang der Spielzeit. Bei „Degenesis" herrscht Endzeitstimmung. Sie schauen 500 Jahre voraus. Die Erde ist zerstört. Schrott­reste sind noch vorhanden, sonst nichts.

Die Jungs sind in diesem Fall Afrikaner, die neue Macht auf der Erde. Sie sind auf einer Insel gelandet, die von fremden Stämmen bevölkert wird. Es gibt genau zwei Boote. Eines zu wenig. Tobias Boothe, sonst Zivildienstleistender, ist „Schrotter", kann also alte Technik wieder herstellen. Mediengestalter Dominik Dießlin gehört zu den Kämpfern. Es herrscht Konfusion. Wie geht’s weiter. Kann man es wagen, sich durch den Busch zu schlagen. Wie wer­den die Fremden reagieren. „Hat jemand etwas Weißes da­bei, das man als Zeichen des Friedens hissen kann?" Ein Feinrippunterhemd oder eine Unterhose werden vorge­schlagen.

   Spielleiter Christian Schiffer gibt die Richtung vor, die die Geschichte nehmen soll. Gewissermaßen spielt er den großen Rest der Welt, während sich die anderen auf ihre Rollen konzentrieren. Es ist ein bisschen wie beim Lesen eines Buches. Nur, dass die Charaktere zum Leben erweckt werden, echt sind. „Diese Spiele haben viel mehr Tiefe als Monopoly“, betont Christian Schiffer - Dominik Dießlin fügt hinzu:“ Es ist eine sinnvollere Freizeitbeschäftigung als den ganzen Tag alleine vor dem Computer zu sitzen.“

Als Andenken an die „Convention" können sich die Spie­ler ihre erdachten Charaktere von der Illustratorin Sabine Weiss zeichnen lassen. Gemäß den Eigenschaften werden die Figuren zu Papier gebracht, zieren später die vielen Spiel­bögen. „Ich kenne die meisten Systeme, das hilft mir beim Zeichnen", erklärt die Grafikdesignerin. Nur sie selbst schlüpft nicht mehr in Rollen. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich lieber mit der Realität.

 


 
WAZ vom 05.03.2007

Für Könige und Menschenaffen

Ein Marathon mit Rollen-, Karten- und Brettspielen startet am 17. März im Landfermann-Gymnasium. Veranstalter suchen noch ehrenamtliche Spielleiter und heißen alle ab 12 Jahren willkommen.

Am Wochenende des 17. und 18. März steigt in Duisburg die erste Pen & Paper Konvention unter dem Motto "Rollenspiele für Könige und Menschenaffen" im Landfermann-Gymnasium. Ab Samstag, 10 Uhr, bis 18 Uhr am Sonntag lässt es sich bei freiem Eintritt, Essen und Getränken zu durchaus magenschonenden Preisen mit Brett-, Rollen- und Kartenspielen, sowie einer Trash-Tombola vergnüglich an.

René Hegmann und Falk Bongert, die Informatik und Mathematik studieren, haben den Grundstein für die Konvention vor einem Jahr gelegt. Neun Monate später machten sie sich dann daran, nach passenden Räumlichkeiten zu suchen. Und hatten Glück, dass der Schulleiter des Landfermann-Gymnasiums sich so schnell dazu bereit erklärte. Dass Falk Bongert vier Jahre zuvor sein Abitur an der Schule gemacht hatte, war vielleicht auch eine kleine Hilfe.

"Wir dürfen die Aula nutzen, weil wir 'nur' Manager des Projektes sind, und dadurch bleibt der Eintritt frei", erklärt René Hegmann. Seit einem halben Jahr stecken sie jetzt mitten in der Planung und Ausarbeitung. Da die zwei sich selbst zu regelmäßigen Konvention-Gängern zählen, wollten sie auch den Duisburgern diesen Spaß näher bringen. "Für uns war es aber auch wichtig, dass wir einen zentralen und gut erreichbaren Ort finden", betont Falk Bongert.

Die Rollenspiele werden ähnlich wie Romane erzählt, die von den Teilnehmern auf verschiedene Weise verändert werden können, so dass sie einen ganz eigenen Charakter entfalten.

Neben Spielen wie "Shadowrun 3", "Call of Cthulhu Now" oder "In Nomine", dass jedoch erst ab 16 Jahren gespielt werden darf, finden sich Verkaufsstände und Supportrunden des Truant Verlags. Auch die Künstlerin Sabine Weiss ist vor Ort, um Illustrationen der Gäste anzufertigen, damit das Wochenende noch lange in Erinnerung bleibt. Um die Stimmung zusätzlich anzuheizen, ist auch das DSA Supportteam Alveraniare mit von der Partie. Als offizielle Meister des bekannten Rollenspiels "Das schwarze Auge" bieten sie weitere Spielrunden an. Weiterhin kann man am Munchkin Crusade-Turnier teilnehmen, und sich mit ein wenig Glück für die Teilnahme an der Deutschen Munchkin Meisterschaft auf der "Spiel 07" im kommenden Herbst qualifizieren. Für weiteren 24- Stunden-Spaß sorgen das Cowboy Poker Turnier und ein Non-Stop-Spiele-Marathon durch den Pegasus Verlag.

Trotz allem Spaß ist auch ein wenig Ernsthaftigkeit gefragt. Die Spielteilnehmer sollten deshalb nicht jünger als zwölf Jahre sein, nach oben sind der Spielfreude jedoch keine Grenzen gesetzt. Der erfahrene Konvention-Gänger und Rollenspieler ist aber meist Anfang oder Mitte 20 ist. Wer bei den Rollenspielen gern die Aufgabe des Spielleiters oder Meisters übernehmen möchte, sollte sich im Internet anmelden und sich dadurch zusätzlich einige Tombola-Lose sichern. Da sich ohne Meister keine Spielgruppen bilden lassen, hoffen die Veranstalter auf viele Freiwillige, die neben Spiel und Spaß auch ein wenig Verantwortung übernehmen wollen. Jeder der Lust hat, sein Wochenende mit neuen Spielen, interessanten Bekanntschaften und Abenteuern zu verbringen, sollte sich das Datum rot im Kalender anstreichen. fien